Symptome und Ursachen zum Raucherbein

Was ist ein Raucherbein? Symptome, Ursachen, Prävention und Therapie

Starke Raucher sind häufig von unterschiedlichen Krankheiten bedroht. Durch Sauerstoffmangel, Durchblutungsstörungen und vermehrte Schleimbildung leiden die betroffenen Raucher unter anderem häufig an Raucherhusten oder Raucherbeinen.

Was ist ein Raucherbein?

Der Fachbegriff für das Raucherbein ist periphere, arterielle Verschlusskrankheit (PAVK).

Bei der PAVK kommt es zu Verengungen in den Arterien. Auslöser des Raucherbeins ist also die Arterienverkalkung, auch bekannt unter dem Fachbegriff Arteriosklerose. Durch die Verengung der Arterien kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen und das Gewebe wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Im schlimmsten Fall droht dem Patienten die Amputation der betroffenen Gliedmaßen.

Wie macht sich ein Raucherbein bemerkbar

Das Raucherbein entsteht durch den Verschluss von Arterien und wird auch periphere, arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) oder „Schaufensterkrankheit“ genannt. Warum Schaufensterkrankheit? Durch stechende Schmerzen in den Beinen fällt es den Betroffenen schwer, längere Strecken schmerzfrei zu gehen. Dadurch müssen sie beim Laufen sehr oft Pausen einlegen. Um nicht aufzufallen, schauen sie sich dann die Schaufenster an.

Die Hauptursache der Wadenschmerzen sind Durchblutungsstörungen, die unter anderem auch durch Rauchen hervorgerufen werden können. Es gibt einige typische Symptome, an denen Du erkennen kannst, ob es sich um ein Raucherbein handelt. Bei den Symptomen unterscheiden wir vier Stadien sowie den akuten Notfall.

Erstes Stadium

Im ersten Stadium werden sehr häufig noch keinerlei Beschwerden oder Schmerzen verspürt. Daher bleibt das Raucherbein im Anfangsstadium oft unbemerkt.

Zweites Stadium

Das erste Anzeichen für das Raucherbein ist ein stechender Schmerz in den Beinen. Der Schmerz kann sowohl im Oberschenkelbereich als auch in den Waden auftreten. Je nachdem, wo genau die Arterie verschlossen ist, kann es auch zu Schmerzen im Gesäß und in den Füßen kommen. Außerdem wird die Haut blass, wenn die Beine hochgelagert werden und rot-bläulich, wenn sie gesenkt werden. Ein weiteres Anzeichen sind Veränderungen an den Zehennägeln und Harrausfall an den Beinen. Die Beine und Füße werden zudem von den Betroffenen häufig als sehr kalt empfunden.

Drittes Stadium

Im dritten Stadium des Raucherbeins treten die typischen Schmerzen auch dann auf, wenn der Körper sich im Ruhezustand befindet.

Viertes Stadium

In diesem Stadium heilen selbst die kleinsten Verletzungen nicht mehr richtig ab. Es kommt vermehrt zu schweren Entzündungen sowie Gewebeschäden bis hin zum Absterben von Gewebe.

Akuter Notfall

Der Endstadium ist erreicht, wenn sich die Arterie durch Blutgerinnsel oder Verkalkungen vollständig verschließt. Lähmungserscheinungen, ein Kreislaufschock und das Absterben von Gewebe sind die Folgen eines unbehandelten Notfalls. In Akuten Fällen kann sogar die Amputation von Beinen, Füßen oder Zehen notwendig sein.

Die Entstehung des Raucherbeins frühzeitig verhindern

Es gibt unterschiedliche Risikofaktoren, die an der Entstehung des Raucherbeins beteiligt sind. Dazu gehört unter anderem das Rauchen. Weitere Faktoren, die die Entstehung des Raucherbeins begünstigen sind Bewegungsmangel, falsche Ernährung, ein hoher Cholesterinspiegel, Diabetes, Gicht und Übergewicht. Dem aufmerksamen Leser dürfte aufgefallen sein, dass viele der genannten Risikofaktoren einander bedingen.

Der Konsum von schwer verdaulichen, tierischen Transfetten führt dazu, dass du dich träge und schlapp fühlst. Das führt zu einem Mangel an Bewegung und lässt den Cholesterinspiegel in die Höhe schießen. Die Folgeerkrankungen sind dann Diabetes, Gicht und Adipositas. Durch Rauchen werden dem Körper zusätzlich Giftstoffe verabreicht und Sauerstoff entzogen, was im schlimmsten Fall Raucherbein oder Raucherhusten zur Folge hat.

Ist das Raucherbein heilbar?

Ob eine Therapie wirksam ist hängt bei der PAVK davon ab, in welchem Stadium die Behandlung beginnt. Bei der Behandlung in den ersten beiden Stadien kann von einem operativen Eingriff noch abgesehen werden.

Behandlung im ersten Stadium

Die Therapie im ersten Stadium sieht vor allen Dingen die Ursachenbekämpfung vor. Ist der Patient Raucher, wird zunächst die Rauchentwöhnung durchgeführt. Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse ist empfehlenswert. Auf tierische Produkte sollte weitgehend verzichtet werden. Außerdem ist eine ausreichende Sauerstoffzufuhr für die Heilung ausschlaggebend. Daher sind Spaziergänge an der frischen Luft sowie Atemübungen sehr heilungsfördernd. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, werden gegebenenfalls zusätzlich Medikamente verabreicht.

Behandlung in den Stadien Zwei und Drei

Hier besteht die Therapie darin, den Patienten in Absprache des behandelnden Arzt eine gewisse Strecke gehen zu lassen. Die Bewegungstherapie sollte weitgehend schmerzfrei erfolgen. Wenn der Patient bereits unter starken Schmerzen leidet, werden außerdem Medikamente verabreicht, die Schmerzen lindern sollen und die Durchblutung verbessern.

Behandlung im Endstadium

Im vierten Stadium und im Endstadium wird operativ die Erweiterung der Arterien vorgenommen. Mithilfe eines Katheters wird die verengte Stelle der Arterie wieder gedehnt, um den ungehinderten Blutfluss zu gewährleisten. Ist die Verengung in der Arterie allerdings zu starr oder erstreckt sich über einen sehr langen Abschnitt, kann die Ablagerung ausgeschält werden. Wenn die Arterienverkalkung so stark fortgeschritten ist, dass das Gewebe abstirbt, dann bleibt als letzte Möglichkeit nur noch die Amputation.

Ab welchem Alter ist ein Raucherbein wahrscheinlich?

Ein Raucherbein musst du nicht erst mit 50 Jahren fürchten. Es ist wissenschaftliche erwiesen, dass bei männlichen Patienten bereits vor dem 55. Lebensjahr ein Raucherbein auftreten kann. Die Wahrscheinlichkeit, in einem sehr jungen Alter ein Raucherbein zu bekommen, ist gering. Aufgrund erblicher Vorbelastung kann es jedoch auch bei jungen Menschen vorkommen. Je größer die Risikofaktoren, desto früher beginnt auch der Prozess der Gefäßverkalkung.

Gibt es Alternativen zu Medikamenten und Operation?

Zu Beginn der Krankheit ist eine Therapie mit alternativen Heilmethoden ohne Medikamente möglich. Mit einer gesunden, ballaststoffreichen und ausgewogenen Ernährung kannst du viel bewirken. Ein gesundes Maß an Bewegung ist ebenfalls sehr heilungsfördernd. Du kannst zum Beispiel mit leichten Spaziergängen und tiefen Atemzügen in der Natur anfangen. Sehr gut für die Sauerstoffversorgung deines Körpers ist auch Yoga. Beim Yoga verbindest du die Bewegungsabläufe mit tiefen und gleichmäßigen Atemzügen. Damit versorgst du deinen Körper nicht nur mit Sauerstoff. Durch die entspannenden Bewegungsabläufe verringert du außerdem das Rauchverlangen.

So stärkst du deine Arterien

Gesunde und starke Arterien bekommst du zum Beispiel, wenn du regelmäßige Heiß-Kalt-Wechselduschen oder Wassertreten praktizierst. Für die Entkalkung deiner Arterien sind Omega 3 Fettsäuren, die Vitamine A,C und E, Calcium, Magnesium und Natrium besonders empfehlenswert. Ballaststoffe helfen dir bei der Verdauung, grüner Tee regt deinen Stoffwechsel an und wirkt sich günstig auf deinen Cholesterinspiegel aus.

This post is also available in: English (Englisch)

Oliver Sankt - Autor

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.